Geschichte des Königlich Preußischen Freikorps von Lützow

1813, mit dem  Bekanntwerden der Konvention von Tauroggen, beginnt die Vorbereitung   die unzureichend kleine Armee Preußens zu verstärken, um den Kampf gegen die Truppen Napoleons aufnehmen zu können. Generalmajor Gerhard Johann David von Scharnhorst  verfasste sein „Projekt zu einer neuen Vermehrung der Truppen durch Freiwillige“, welches er König Friedrich Wilhelm III. vorlegte, worauf dieser am 3. Februar 1813 den Aufruf zur Formierung von freiwilligen Jäger-Detachements, in Breslau veröffentlichen ließ. Es sollten die Staats-Bewohner, außerhalb Preußens, welche vom Dienste befreit waren und wohlhabend genug sind, um sich selbst bekleiden und beritten machen zu können, welche in ihrer Erziehung und übrigen Verhältnissen angemessenen Formen mitbringen, zum Militär-Dienst aufgefordert werden. Sie sollten Gelegenheit zur Auszeichnung haben, mit Hilfe ihrer Bildung und ihren Verstand, ohne vorherige militärische Ausbildung, sie sollen gute Dienste leisten und demnächst geschickte Offiziere oder Unteroffiziere abgeben können.

Die Majore Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützow, von Helden und von Petersdorf bekamen den Auftrag, solch Freiwilligenverbände aufzustellen und zu führen, welche speziell im Hinterland der feindlichen Gebiete agieren sollten. Durch seine Erfahrungen in den Kämpfen unter der Führung von Ferdinand Baptista von Schill, und sein ihm nachgesagtes Draufgängertum erschien von Lützow als eine geeignete Person zu sein um solch eine Aufgabe zu erfüllen. Dieses sogenannte leichte Korps sollte aus 3 Infanteriebataillonen mit je einem Jägerdetachement (Freiwillige), einer Kavallerieabteilung (Jäger, Husaren, Ulanen), einer Fußbatterie, einer reitenden Batterie und einem Unterstab (Ärzte, Feldscher) bestehen. Hinzu kam noch eine starke Tiroler Schützenkompanie.   

Stärke des Korps:

  • Infanterie 2900 Mann
  • Kavallerie   600 Mann
  • Artillerie     120 Mann

Um in schwerer Zeit eine einheitliche Uniformierung gewähren zu können, wurden die Gehröcke schwarz eingefärbt, mit roten Aufschlägen und gelben Knöpfen versehen, aus dieser schmucklosen Zusammenstellung, sollten sich im späteren Verlauf der Geschichte, unsere Nationalfarben entwickeln. Diese Uniform und der Wunsch nach Freiheit zogen vor allem besonders patriotisch denkende Handwerker, Bauern und vor allem Studenten aus allen Teilen Deutschlands an, um gemeinsam das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Die Bekanntesten unter ihnen waren der Dichter Theodor Körner, der Gründer der Turnerbewegung Ludwig Jahn, Friedrich Fröbel als Begründer der Kinderpädagogik, um nur einige zu nennen. Auch 2 namentlich bekannte Frauen, Eleonore Prochaska und Anna Lühring, kämpften als Männer verkleidet in diesem Korps.

Militärisch gesehen, hat das Corps keine große Rolle gespielt, jedoch durch die vielen kleinen Scharmützel, welche hinter den feindlichen Linien stattfanden, wuchs der Zuspruch und die Unterstützung durch die Bevölkerung und der allgegenwertige Wunsch nach Freiheit,  Frieden und Einheit. Aus diesem Grund ist das Lützower Freikorps bis heute ein Begriff in der deutschen Geschichte.

1814 nach dem Pariser Frieden wurden die freiwilligen Jägerdetachements und die Tiroler Kompanie aufgelöst. Durch Allerhöchste Kabinetts Ordre vom 29.03.1815 wurde das Korps in die reguläre preußische Armee eingegliedert, um in diesen neuen Verbänden bis nach Waterloo weiterzubestehen.

  • Aus den Infanteriebataillonen wurde das 25. Rheinische Infanterieregiment
  • Aus der Kavallerie wurde das 6. Husarenregiment und das 6. Thür. Ulanen Regiment
  • Aus der Artillerie wurde die 14. reitende Batterie (schlesische Artillerie).

Quellen:

„Geschichte des Lützoschen Freikorps“ von  Fritz von Jagwitz  Berlin 1892                                                                

„Geschichte Preußens“ von Karl Förster Berlin 1851 – 1859